Mord mal musikalisch
Nichts ist für uns schrecklicher und zugleich faszinierender als ein Mord. Wer war der Täter? Was waren seine Motive? Wird er seine Bestrafung bekommen oder ebenfalls gewaltsam durch einen Rachemord sterben?
Ein richtig spannender Film, ein gutes Buch, ein packendes Schauspiel oder eine erfolgreiche Oper kommt ohne eine Leiche eigentlich gar nicht aus. Die Menschen lieben einfach, daran erinnert zu werden, dass das Leben jäh zu Ende sein kann, sie verfolgen mit Spannung wie der Mörder das Netz um sein Opfer immer enger spinnt oder in Rage und Verzweiflung durch das Töten seinen Problemen ein Ende machen will. Kaum ein anderes Thema ist vielschichtiger, künstlerisch und auch musikalisch häufiger verarbeitet als der Mord.
Ob Mord aus Eifersucht, aus Geldgier oder Machtgier, aus Angst oder aus Notwehr, aus Überzeugung oder aus purer Lust – auf den Bühnen dieser Welt wurde schon auf die vielfältigste Art und Weise gemordet. Und jedesmal wurde der Mord nicht nur durch geistesentrückte und schreckensgeweitete Augen begleitet, sondern auch durch eine Musik, die unbewusst die Spannung steigert, um auf dem Höhepunkt des Geschehens plötzlich wieder zu verstummen.
So wichtig wie die Musik für ein Operndrama auf der Bühne ist, so wichtig ist sie auch bei einem Krimi oder Psychothriller im Fernsehen. Welchen Anteil sie an der Spannung hat, merkt man, sobald man einfach den Ton abschaltet. Übrig bleibt eine Szene, die nicht spannender ist als die täglichen Nachrichten. Oder umgekehrt, schließen Sie einfach mal die Augen und Sie werden feststellen, dass Sie durch die Musik genau erfahren können, ob und was sich gerade Schreckliches abspielt. So gibt die Musik der Oper der Novelle The Turn of the Screw von Henry James erst richtig den unheimlichen Charakter.
Hier werden wir uns auf musikalische Art und Weise mit dem Morden der Weltgeschichte, mit Krimi, Oper und Theater beschäftigen, das Phantom der Oper wiederbeleben und so hoffentlich wieder etwas mehr Spannung auf die Bühne bringen.